Pflegeversicherung

Wer den Alltag wegen Krankheit oder Behinderung nicht alleine bewältigen kann, ist auf Hilfe angewiesen und damit pflegebedürftig. Eine private Pflegeversicherung erbringt Geld- oder Sachleistungen, um die erforderliche Pflege zu gewährleisten.

Pflegeversicherung

 

Pflegeversicherung: Deutsche haben Problem erkannt und schließen mehr Zusatzversicherungen ab

Das Problem der Pflegebedürftigkeit vor allem im höheren Alter ist seit Jahren in der öffentlichen Diskussion. Jetzt scheinen wir Deutsche begriffen zu haben, dass es kein imaginäres, sondern ein sehr reales und unser ureigenstes Problem ist.

Gegenwärtig gibt es in Deutschland rund 2,8 Mio. Pflegefälle. im Jahr 2050 werden es nach Schätzungen bereits fast 4,4 Mio. Menschen sein, die Pflege benötigen. Dann werden die Pflegebedürftigen im Verhältnis zu den Erwerbstätigen fast 11 % ausmachen. Pflege ist ein Altersproblem: 83 % der Pflegebedürftigen waren laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2015 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel (37 %) war mindestens 85 Jahre alt. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen war weiblich (64 %).

Nicht die Kinder belasten

Dass für diese Lawine, die auf die Gesellschaft zurollt, das System der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen wird, ist offenbar in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Denn sie kann nur einen Teil der Kosten absichern, die für Pflegedienst oder Heim anfallen. Der Rest – oft weit mehr als 1.000 EUR im Monat – müssten die Pflegebedürftigen selbst tragen, unterstreicht der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV). Daher sollte jeder, der nicht seine Kinder mit den Kosten belasten oder vom Sozialamt abhängig sein will, vorher privat vorsorgen.

Daher verzeichnet der PKV-Verband ein zunehmendes Interesse an privaten Pflege-Zusatzversicherungen. Seit der Einführung der staatlich geförderten Pflege-Zusatzversicherung im Jahr 2013 – dem „Pflege-Bahr“ – ist die Zahl der privaten Verträge von 2,19 auf 3,5 Mio. angestiegen, ein Zuwachs von 61 %. Diese Zahlen berücksichtigen nur die Zuwächse einschließlich dem dritten Quartal 2017. Da es im IV. Quartal nach Erfahrungen des PKV-Verbandes besonders viele Abschlüsse gibt, fällt die Zahl wahrscheinlich noch erheblich höher aus.

Nur relativ wenige geförderte Verträge

Allerdings machen die geförderten Verträge – verglichen mit der hohen Zahl drohender Pflegefälle – mit knapp 815.000 Verträgen (Anfang September 2017) nur den berühmten Tropfen auf dem heißen Stein aus. Zur Erinnerung: Der Staat fördert diese Form der Vorsorge mit einem Zuschuss von jährlich 60 EUR zu den selbst gezahlten Beiträgen. Demgegenüber stehen gut 2,7 Mio. Pflegezusatz-Verträge, die nicht staatlich gefördert werden. Diese Zahlen stehen im Widerspruch zu den Befürchtungen der Deutschen, was ihre Absicherung im Pflegefall betrifft. Denn wie der Marktforscher YouGov im Auftrag des Finanzvertriebs Swiss Life Select herausgefunden hat, haben 56 % das Gefühl, unzureichend vorgesorgt zu haben. Allerdings vertrauen 59 % auf die gesetzliche Pflegeversicherung, während nur eine Minderheit von 15 % privat vorsorgt.

Vorsorge für wenige Euro im Monat

Hauptgrund für fehlende Vorsorge sei das Budget, das zur Verfügung steht, berichtet die Studie weiter. 63 % der Befragten nannten als Grund, dass sie sich diese Versicherung derzeit nicht leisten könnten. Dabei ist der Einstieg vor allem in jungen Jahren besonders günstig, wie der PKV-Verband berichtet. Bereits für wenige Euro im Monat könne man sich absichern. Einige Tarife hätten sogar eine Aufnahmegarantie und bis zu 33 % staatliche Förderung.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Elke Pohl.

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